Positionspapier der Allianz für Nordrhein


Die Allianz für Nordrhein wurde von Haus- und Fachärzten ins Leben gerufen.
Sie versteht sich als Plattform für eine gemeinsame Interessenvertretung aller ärzte.

Die Gründungsmitglieder wollen ihre Vorstellungen innerhalb einer starken Selbstverwaltung verwirklichen, die ihren Namen auch verdient:

Das kann auch weiterhin eine Körperschaft sein, wenn sie denn Rosinenpickerei und Selektivverträge zu Lasten Dritter lehnt die Allianz für Nordrhein ab.

Dazu fordert die Allianz für Nordrhein entscheidende Weichenstellungen.
  1. Der Sicherstellungsauftrag der KV hat seinen Preis: wer eine flächendeckende Versorgung gewährleisten soll, muss sie auch finanzieren können.
    Mit absurd niedrigen Regelleistungsvolumina ist das nicht möglich.
    Hier ist die Bundesregierung in der Pflicht, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen.
    Wir verlangen, dass die bei der KBV angesiedelten Gremien und der Bewertungsausschuss die Umverteilung zu Lasten der KV Nordrhein beenden.
    Die Allianz für Nordrhein fordert faire Honorare für die ärzte in Nordrhein.
    Wir wollen und können nicht hinnehmen, dass als Folge von Beschlüssen des erweiterten Bewertungsausschusses die ärzte in NRW, einem der wirtschaftlich stärksten Bundesländer, am schlechtesten bezahlt werden.

  2. Die normativen Vorgaben, die in der KBV in Berlin entwickelt werden, müssen demokratisch legimitiert sein:
    Die Allianz für Nordrhein fordert mehr Demokratie in den KVen und der KBV.
    Es kann und darf nicht mehr möglich sein, dass die KBV unbeirrt Honorarerfolge für sich reklamiert und in der Öffentlichkeit bekannt gibt, die der tatsächlichen Honorarentwicklung in einigen Ländern Hohn sprechen.
    Es kann und darf nicht mehr möglich sein, dass die KBV in völliger Abgehobenheit immer wieder neue Honorarregularien kreiert, die immer wieder als großer Wurf verkauft werden, letztlich aber in ihren Auswirkungen kaum kalkulierbar sind und in einer gedeckelten Gesamtvergütung immer nur Umverteilung produzieren.
    Neuestes Beispiel: Eine völlige Umgestaltung ("Vereinfachung") der Vergütungsordnung, in der vier Leistungskomponenten das Arzthonorar bestimmen: Strukturpauschale für fixe Kosten, Aufwandspauschale für variable Kosten, Arztlohn und Qualitätszuschläge.
    Wir ärzte brauchen eine politische Führung, die den offenen Diskurs sucht - eine KBV-Führung, die mit Realitätsbezug zum Alltag in den Arztpraxen operiert und die den unter der ägide von Ulla Schmidt eingeschlagenen Kurs in die Staatsmedizin beendet.

  3. Die Allianz für Nordrhein tritt für eine konsequente Entbürokratisierung der Praxisabläufe ein.
    Schluss mit der sich immer weiter drehenden Spirale der Dokumentationsverpflichtungen.
    Neuestes Beispiel: Kodierrichtlinien, die tagesgenaue Akut-Diagnosen und tagesgenaue Zuordnungen von Dauerdiagnosen ergänzt durch allerlei Zusatzverschlüsselungen einfordern und einen Dokumentationsaufwand mit sich bringen, der die ärzte vor die Wahl stellt: kodieren oder therapieren?
    Auch das Projekt Aquik der KBV (Pay for performance) bringt klar erkennbar weiteren immensen Dokumentationsaufwand mit sich und dürfte in Verbindung mit den Kodierrichtlinien die Patientenversorgung endgültig zum Erliegen bringen.

  4. Die Allianz für Nordrhein verlangt, dass das Projekt E-card auf den Prüfstand gestellt wird.
    Eine Telematik-Infrastruktur kann nur in breiter Akzeptanz mit der ärzteschaft verwirklicht werden Der von den Gründungsmitgliedern der Allianz für Nordrhein in die letzte Vertreterversammlung der KVNo eingebrachte und mit großer Mehrheit verabschiedete Antrag zur E-card formuliert Grundvoraussetzungen: Keine zentrale Speicherung medizinischer Daten, Freiwilligkeit der Online-Nutzung, reibungslose und kostenneutrale Integration in die Praxisabläufe.

Redaktion: Hans Reinhard Pies, Lothar Rütz, Rolf Ziskoven
Mitglieder: Frank Bergmann, Bernd Bertram, Uwe Brock, Thomas Fischbach, Christiane Friedländer, Andreas Gassen, Klaus Goder, Angelika Haus, Hans Reinhard Pies, Lothar Rütz, Fritz Stagge, Ludger Wollring,Rolf Ziskoven

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