Ambulante Kodierrichtlinien –
nur Moneymaker oder auch seriöse Medizin ?


Zweck der Kodierichtlinien ist ausschließlich, das Geld der Versicherten zielgenau auf die als behandlungsaufwendig gekennzeichneten – und deswegen mit entsprechenden finanziellen Mitteln unterlegten - „Morbi-RSA-relevanten“ Diagnosen zu lenken. Ein auf den ersten Blick vernünftiger Gedanke.

Dabei sollen die Mittel nur auf die in dem jeweiligen Quartal behandlungsrelevanten Diagnosen gelenkt werden, um so einen effizienten Mitteleinsatz zu gewährleisten. Auch ein auf den ersten Blick vernünftiger Gedanke.

Im Grunde ist das der Ansatz von Pay für Perfomance. Dies ist aber, wie viele Studien belegen, wissenschaftliche nicht haltbar. Also doch keine so gute Idee?

Außerdem ist bei der ambulanten Diagnosekodierung, im Gegensatz zu den DRG`s im Krankenhaus, der codierten Diagnose keine medizinische Prozedur unterlegt. Das heißt, der medizinische Aufwand der getrieben wird, ist beliebig. Die tatsächlich in den Praxen geleistete Arbeit ist völlig von der Vergütung entkoppelt.

Die Diagnosekodierung ist also nur das Schmiermittel einer Geldverteilungsmaschinerie. Sie ist unabhängig von der geleisteten medizinischen Arbeit am Patienten und befördert den Arzt vom Zentrum der Behandlung in deren Peripherie, also:

Vom Behandler zum Zuarbeiter für die Sozialverwaltung.


Weshalb boykottieren wir diesen Unfug nicht einfach ?

Die KBV hat bereits gültige Verträge mit dem SpiBu vereinbart. Das lässt uns faktisch keinen Handlungsspielraum.

Denn das Geld der Krankenkassen fließt den Landes-KV`en nur noch nach der Menge und der „Qualität“ der codierten Diagnosen zu.

Wenn wir also mit unserer Praxen nicht baden gehen wollen, haben wir keine Wahl !!!

Welches sind aber unsere Forderungen, die erfüllt werden müssen, bevor der Unfug ab Januar 2011 über uns hereinbricht?

- der administrative Aufwand in den Praxen muss überschaubar bleiben
- angesichts der grotesk niedrigen RLV`s kann keine mehr Mehrarbeit erwartet werden
- Bei der Masse an Diagnosen und Fällen in der ambulanten Medizin kann nur eine Beschränkung der Verschlüsselung auf die wenigen wirklich wichtigen Diagnosen pro Fach deren Verschlüsselungsqualität verbessern
- unser Augenmerk muss auf den tatsächlich vergütungsrelevanten Erkrankungen liegen - hier fordern wir von den Softwarehäusern und der KV professionelle Unterstützung

Wir müssen uns auf das Wesentliche konzentrieren und darüber hinaus gilt wohl nur noch die alte Skat-Weisheit:

Nur wer schreibt, der bleibt !

Diese Stelle steht allerdings nirgendwo im Eid des Hippokrates.

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